Quorn: Marke, Herstellung, Produkte

Der Mykoprotein-Pionier seit 1985: was in Quorn steckt, was die Marke belegt hat – und wo die Debatten laufen.

Kurz gesagt: Quorn ist die älteste und größte Mykoprotein-Marke: seit 1985 auf dem Markt, hergestellt von Marlow Foods (UK) aus dem Pilz Fusarium venenatum. Die Basisprodukte bestehen zu 89–91 % aus Mykoprotein; klassische Linien binden mit Eiklar (vegetarisch), die veganen mit Pflanzenproteinen. Rechtlich ist Quorn kein Novel Food – seine Markthistorie liegt vor dem Stichtag 1997.

Die Fakten zur Marke

Quorn im Überblick (Herstellerangaben, abgerufen 31.08.2026)
HerstellerMarlow Foods Ltd. (UK)
OrganismusFusarium venenatum A 3/5 – laut Hersteller „a natural, nutritious fungus that grows in the soil“
Am Markt seit1985 (UK); vor dem 15.05.1997 auch in EU-Mitgliedstaaten (amtliche Art.-4-Feststellung)
Produktionsmaßstab„just under a gram“ Startkultur → 1.500 t Mykoprotein je Fermentationszyklus (Herstellerangabe)
Mykoprotein-Anteil91 % (Mince), 89 % (Vegan Pieces) – UK-Deklaration
Protein15–16 g je 100 g (UK-Deklaration)
RechtsstatusKein Novel Food (Vor-1997-Regel, stammspezifisch)

Tabelle seitlich scrollbar →

quorn.de war am 31.08.2026 nicht erreichbar; alle Produktwerte stammen von den UK-Seiten. Deutsche Rezepturen können abweichen – im Zweifel entscheidet die Packungsdeklaration.

Vegetarisch oder vegan? Der Eiklar-Punkt

Die häufigste Überraschung am Kühlregal: Klassische Quorn-Produkte sind nicht vegan – sie binden die Myzel-Fasern mit Eiklar (im UK-Mince als „Rehydrated Free Range Egg White“ deklariert). Für Veganer führt Quorn eigene Linien, die stattdessen Kartoffel- und Erbsenprotein nutzen – die Vegan Pieces enthalten zusätzlich Weizengluten. Wer streng vegan oder glutenfrei einkauft, kommt um die Zutatenliste des Einzelprodukts nicht herum.

Die Gesundheits- und die Kritik-Seite

Quorn wirbt mit Protein, Ballaststoffen und wenig gesättigtem Fett – die deklarierten Zahlen geben das her (Vergleich). Die Studienlage zu Muskelaufbau und Cholesterin ist real, aber jung und oft herstellerbeteiligt – wir haben sie auf eigenen Seiten seziert (Proteinqualität, Cholesterin). Und es gibt die Verträglichkeits-Debatte: Seit Jahren sammelt die US-Organisation CSPI Selbstberichte über Reaktionen auf Quorn; dokumentierte allergische Fälle existieren, belastbare Häufigkeitszahlen nicht. Unsere ausführliche Einordnung: Allergie & Unverträglichkeit. Der Hersteller hält dagegen mit einer eigenen Auswertung (eine Meldung pro 1,85 Mio. Portionen – Herstellerangabe). Beide Seiten dieser Debatte arbeiten mit Zahlen, die sich unabhängig nicht prüfen lassen – genau das sagen wir so.

Warum Quorn für den ganzen Markt wichtig ist

Quorn hat vier Jahrzehnte lang bewiesen, dass Mykoprotein massentauglich produzierbar und verkäuflich ist – jede neue Myzel-Zutat profitiert von dieser Verzehrshistorie, argumentativ wie regulatorisch (die EFSA zog die Quorn-Fallliteratur sogar zur Bewertung anderer Fusarium-Zutaten heran). Zugleich definiert die Marke die Benchmark: 89–91 % Mykoprotein-Anteil, klare Nährwertdeklaration. Neue Produkte müssen sich daran messen lassen – nicht jedes hält mit.

Stand: 31. August 2026 · Wir aktualisieren diese Seite, wenn sich die Zulassungs- oder die Studienlage ändert.

Häufige Fragen

Ist Quorn vegan?

Nicht automatisch: Klassische Quorn-Produkte binden mit Eiklar und sind vegetarisch. Vegan sind nur die ausdrücklich so gekennzeichneten Linien, die stattdessen Kartoffel- und Erbsenprotein (teils mit Weizengluten) nutzen.

Woraus besteht Quorn?

Hauptzutat ist Mykoprotein – fermentierte Biomasse des Pilzes Fusarium venenatum – mit einem Anteil von 89-91 % in den Basisprodukten (UK-Deklaration), dazu Bindemittel und je nach Produkt Würzung.

Ist Quorn gesund?

So pauschal beantwortet das keine seriöse Quelle. Belegt sind die Nährwerte (viel Protein, viel Ballaststoffe, wenig gesättigtes Fett) und erste Studienbefunde zu Muskelaufbau und Cholesterin; dokumentiert sind auch seltene Unverträglichkeitsreaktionen. Unsere Detailseiten ordnen beides mit Quellen ein.

Quellen

Diese Seite stützt sich auf die folgenden Quellen. Alle Angaben wurden zum genannten Prüfdatum gegen den dort dokumentierten Stand geprüft.

  1. Prozess- und Produktangaben von Marlow Foods (Herstellerangaben, quorn.co.uk, abgerufen am 31.08.2026; quorn.de war am Prüftag nicht erreichbar)
    https://www.quorn.co.uk/mycoprotein
  2. Produktdeklarationen Quorn Mince und Vegan Pieces (Herstellerangaben, quorn.co.uk, abgerufen am 31.08.2026)
    https://www.quorn.co.uk/products/vegetarian-mince
  3. Art.-4-Feststellung zu Mykoprotein aus Fusarium venenatum A 3/5, EU-Kommission, veröffentlicht 06.08.2024 (geprüft am 31.08.2026)
    https://food.ec.europa.eu/document/download/4604819e-c38a-4204-91b2-f79dcbc9195e_en?filename=novel-food_consult-status_mycoprotein-fusarium-venenatum.pdf

Quellenauswahl nach fester Redaktionsregel: Verordnungen und Gesetze in der amtlichen Fassung, EFSA-Gutachten und Fachstudien mit DOI, Behörden. Nährwerte eines Produkts belegen wir mit der Seite des Herstellers und kennzeichnen sie als Herstellerangabe. Shops, Vergleichsportale und andere Ratgeberseiten verlinken wir nicht – wer verkauft oder um dieselben Suchergebnisse konkurriert, belegt keine Tatsache.